Freiwillige Feuerwehr Köln - Löschgruppe Eil

retten, bergen, schützen, löschen

Firefighter Skyrun 2010

 Köln, 03.09.2010 UBM Markus Hermesdorf

Die Löschgruppe Eil im Höhenflug

Es gibt viele Sportveranstaltungen, an denen man teilnehmen kann, ohne im Vorfeld einen großen ausgearbeiteten Trainingsplan zu erstellen. Doch der Düsseldorfer Firefighter Skyrun bedurfte einer guten Vorbereitung, da waren sich die vier Teilnehmer aus Eil einig. Die Idee, bei einem außergewöhnlichen Wettkampf mitzumachen, kam von unserem Extremsportler Thorsten Frenser. Nur wenige  folgten ihm, doch die, die ihm gefolgt waren, blieben ihm treu. Andere lächelten nur oder gaben aus Ehrfurcht vor der Aufgabe der „Eiler-Spezialeinheit für den schnellen Höhenangriff“ ein paar Trainingstipps. So starteten im Mai die Trainingseinheiten mit gewöhnlichen Ausdauersportarten. Die ersten Treppenhäuser wurden zu Trainingslagern umfunktioniert und man übte das Treppensteigen in normalem Sportdress. Der Falkenturm, die Josefstraße und die Endlosleiter auf der FW 7 wurden zu den beliebtesten Trainingslagern. Hier ahnte noch keiner, welchen Unterschied die 25 kg der kompletten Feuerwehrschutzausrüstung inklusiv des PA´s ausmachten. Auch im AXAHochhaus mit seinen 45 Stockwerken wurde mit anderen Teams aus Köln in der Endphase der Vorbereitung trainiert.   Während der gesamten Trainingszeit wurde die Spezialeinheit aus Eil von Helfern, Ausprobierern und Schaulustigen beobachtet. Vielleicht wollten sie nur wissen, was Menschen dazu bewegt, völlig bescheuert irgendwelche Treppenhäuser hoch zu rennen, um dann wieder runter zu gehen und wieder so schnell wie möglich hoch zu sprinten. Eventuell finden sich unter diesen Beobachtern für nächstes Jahr neue Spezialisten für den Firefighter Skyrun. Doch nicht allen erschloss sich der Sinn dieses Spektakels. So fragte ein älterer Herr kopfschüttelnd und mit irritiertem Blick auf den Messeturm schauend, was denn der Anlass dieses Feuerwehrtreffens sei.

Am 28. August war es soweit für die zwei Teams der Löschgruppe Eil. Das ambitionierte Team 1 bildeten Thorsten Frenser und Thomas Leffelsender. Team 2 bestand aus Patrick Schmitz und Markus Hermesdorf. Am Nachmittag des besagten Tages wartete der große und mächtige „Endgegner“, der Düsseldorfer Rheinturm, mit 960 Stufen und einer Höhe von 168 Metern, was einem 60-stöckigen Hochhaus entspricht.

Am Fuße des Düsseldorfer Fernsehturms ging es los über das Treppenhaus auf die Aussichtsplattform, von wo man einen sehr schönen Blick nach Köln hat. Man keuchte, fluchte, machte Witze, schnappte nach  Luft, verzweifelte, doch der Gegner wurde von allen besiegt. Im Turm fehlte es an optischen Orientierungspunkten. Lediglich Höhenangaben ließen vermuten, wie weit es noch ist. Zudem wurde in 100 Schritten rückwärts die Anzahl der noch zu bewältigenden Treppenstufen angezeigt. Ob das für den einen oder anderen hilfreich war, kann man schlecht sagen, aber wenn man schon völlig fertig ist und dann noch liest „ Noch 400 Stufen“, dann kann man nur noch die Zähne zusammenbeißen und sich weiter hochkämpfen bis zum nächsten Schild „ 300 Stufen, dann hast du es geschafft“. Aber der Fernsehturm wurde mit seinen 168 Metern auch damit nicht kleiner.

Lars und Liane kamen in knapp zwei Minuten oben auf der Aussichtsplattform an. Sie hatten den Lift genommen. Thorsten und Thomas schafften es in respektablen 10:32 Minuten durch das Treppenhaus und belegten in der Gesamtwertung den 33. Platz. Patrick und Markus schafften das Ziel von Markus / ihr Ziel unter 15 Minuten zu bleiben, und erstiegen den Turm in 14:22 Minuten, das für den 206. Platz reichte. Insgesamt nahmen 312 Teams am Firefighter Skyrun teil. Im Ziel angekommen wurde man erstklassig betreut, das PA wurde schon im Gehen abgenommen, Wasser gereicht und eine Ruhefläche mit Betreuer  zugewiesen. Nach kurzer Erholungspause kamen die ersten Sprüche wie: „In 5 bis 10 Minuten könnte ich noch mal laufen, wer macht mit?!“(TF) oder „Ach, ich habe gar nicht so geschwitzt.“(PS) oder „So langsam bekomme ich wieder Luft und mein Puls könnte die 160 Hz wieder erreicht haben.“(MH)

Hier noch eine kurze Zusammenfassung ausgewählter Aussagen nach dem Lauf:
Nach 5 Minuten …..Mach ich nie wieder, so eine Schinderei!
Nach 15 Minuten …..So schlimm war es gar nicht!
Nach 30 Minuten …..Beim nächsten Mal bin ich schneller!
Und immer daran denken ........Läuft schon


Für das nächste Jahr wurden die Ziele schon auf der Rückfahrt neu gesteckt. Thorsten und
Thomas wollen die 9 Minuten Schallmauer durchschlagen und das Team Patrick und Markus
haben das Ziel (von Patrick), die 12 Minuten zu erreichen. Alles ehrgeizige Projekte, die auf
Nachahmer hoffen. Also der Endgegner ist für 2010 geschlagen. Doch er kommt wieder!